Der Spessart – Daten und Fakten

Der Spessart

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Spessart Karte (Quelle Wikipedia)

Der Spessart

Der Spessart ist ein Mittelgebirge zwischen Vogelsberg, Rhön und Odenwald in Bayern und Hessen. Er umfasst das größte zusammenhängende Gebiet aus Laubmischwäldern in Deutschland und liegt nördlich des die Grenze zum Odenwald bildenden Mains – etwa 55 km ostsüdöstlich von Frankfurt und 40 km westnordwestlich von Würzburg. Die höchste Erhebung ist mit 586 m ü. NHN der Geiersberg im Hohen Spessart.

Der Name leitet sich aus Specht und Hardt („Bergwald“) her, steht so für Spechtswald. Er ist im Jahr 839 belegt als Spehteshart, um 1000 als Speshart. Der Name kommt auch in der Schreibweise Spechteshart vor. Daneben kann auch ein römischer Namensursprung angenommen werden. Demnach wäre Spessart eine Zusammenziehung der lateinischen Wörter spissa et ardua silva, was etwa übersetzt werden könnte mit dichter und beschwerlicher Wald.

Die Geografie

Die Lage
Der Spessart wird im Wesentlichen durch drei Flüsse eingefasst: vom Main zwischen Gemünden und Hanau, von der Kinzig im Norden und von der Sinn im Nordosten. Merkspruch: „Kinzig, Sinn und Main schließen rings den Spessart ein.“ Er erscheint als waldiges Massengebirge mit abgerundeten Kuppen, die sich nur wenig über die Gesamthöhe erheben. Die unteren Abhänge sind besiedelt oder landwirtschaftlich genutzt, auf den Höhen bedecken Eichen- und Buchenwälder den Spessart.

Der Hauptrücken zieht sich von Miltenberg im Süden 75 km lang nach Norden bis zur Gegend von Schlüchtern. Die Höhen der Gipfellagen liegen zwischen etwa 450 und 586 m ü. NHN, und die höchste Erhebung ist der Geiersberg mit dem Sender Breitsol bei Rohrbrunn.  Die Geishöhe, offiziell Oberwintersbach (Ortsteil von Dammbach), ist mit 521 m ü. NHN Höhe die höchstgelegene Besiedelung im Spessart. Die Ortschaft Heinrichsthal im Nordspessart ist mit 436 m ü. NHN Höhe die höchstgelegene selbständige Gemeinde im Spessart.

Die bedeutendsten unter den zahlreichen Bächen des Spessarts sind SinnJossaLohrHafenlohrHaslochbachElsavaAschaffKahlBieber und Orb. Siehe dazu auch die Liste der Flüsse im Spessart.

Seine äußersten Verzweigungen erstrecken sich bis HanauSchlüchtern und ins Sinntal. Er erstreckt sich über 2440 km² Fläche, davon gehören zu Bayern 1710 km², zu Hessen 730 km². Das Mainviereck bezeichnet den südlichen Teil des Spessarts mit den vier Eckpunkten LohrWertheimMiltenberg und Aschaffenburg.

Der Main trennt den Spessart im Osten von der Fränkischen Platte und im Süden und Westen vom Odenwald. Der Spessart wird im Nordwesten durch die Kinzig vom den Vogelsberg säumenden Büdinger Wald und im Nordosten durch die Sinn vom Süden der Rhön und der sich südlich anschließenden Südrhön geschieden. Dabei sind Odenwald, Büdinger Wald und Südrhön dem Spessart ähnliche Landschaften und bilden mit ihm zusammen die naturräumliche Großregion Odenwald, Spessart und Südrhön.

Die Geologie
Der Untergrund des Spessarts besteht besonders in seinem westlichen Teil (Vorspessart) bis östlich Aschaffenburg aus Diorit, verschiedenen Arten von Gneis und Glimmerschiefer. Es gibt um Aschaffenburg auch gangartige Vorkommen an Spessartit, die aber in der Regel bereits in kleinen Steinbrüchen abgebaut wurden und heute kein Material mehr liefern. Meist besteht der Untergrund aber aus Buntsandstein, der die kristallinen Gesteine überlagert. Ganz im Südosten sind noch Muschelkalkrelikte erhalten. Im Norden liegen unter dem Buntsandstein auch Ablagerungen aus dem Perm (Rotliegendes und Zechstein). Zechsteinkalk und Dolomit wurden früher zum Beispiel bei Altenmittlau und Feldkahl gewonnen.

Der Bergbau
Ebenfalls im Norden des Spessarts wurden im Zechstein kleinere Eisen- (Bieber, bis 1925) und Manganvorkommen (im Ersten Weltkrieg) abgebaut. Bei Bieber wurde über längere Zeit (besonders im 18. Jahrhundert bis 1806) auch der hier den Kupferschiefer vertretende geringmächtige Kupferletten gewonnen, der geringe Mengen KupferBlei und Silber führt. Mit SideritBaryt und fallweise Co-Ni Arseniden (z. B. Skutterudit, sogar gediegener Wismut) vererzte Verwerfungen wurden im Bieberer Lochborn bis etwa 1867 zur Gewinnung von blauen Keramikfarben abgebaut. Erzführung war aber nur unter- und oberhalb des Kupferlettens verbreitet. Ein kleines deszendentes Kupfervorkommen (Bornit etc.) bei Sommerkahl leitet seinen Kupfergehalt vermutlich ebenfalls aus dem Kupferletten ab. Verbreiteter waren gangförmige Barytlagerstätten (Schwerspat), die auch im Buntsandstein auftreten (z. B. Partenstein, im Westen z. B. bei Waldaschaff).

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Blick vom Ludwigsturm (Hahnenkamm) südostwärts zum Geiersberg (586 m), höchster Berg im Spessart Von Jörg Braukmann - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17751652

Die Geschichte

Der Spessart hat eine wechselvolle Geschichte. Zunächst war er als Reichswald ein königlicher Bannforst und diente den römisch-deutschen Wahlkönigen als Jagdrevier, in dessen Nähe sie ihre Königspfalzen Gelnhausen und Seligenstadt errichteten. In der Folge waren lange Jahrhunderte die Mainzer Kurerzbischöfe die Landesherren. Erst ab dem 12. und 13. Jahrhundert duldeten sie die Besiedlung des Spessarts. Manche Siedlungen wie Grubingen erlangten regionale Bedeutung, verschwanden jedoch später wieder.

Der Spessart wurde immer von außen regiert. So wurde er beherrscht durch das Erzbistum Mainz, das Hochstift Würzburg sowie einige kleinere Herrschaften, wie zum Beispiel die Grafen von Rieneck. Die politische Zersplitterung ohne grenzübergreifende Strafverfolgung begünstigte das Aufkommen von Räuberbanden. Belegt sind die Spessarträuber am Anfang des 19. Jahrhunderts, denen Wilhelm Hauff 1827 mit der Erzählung Das Wirtshaus im Spessart und Kurt Hoffmann 1958 mit dem gleichnamigen Film ein Denkmal setzten.

In der Umbruchzeit um den Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches erlebte das Räuber(un-)wesen im Spessart einen letzten Höhepunkt. Nach Neuordnung der Territorien und mit wirksamerer Verwaltung wurde das Räuberproblem in kürzester Zeit bereinigt.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss endete 1803 das Kurfürstentum Mainz, der Spessart kam zum Fürstentum Aschaffenburg, später dann zum Großherzogtum Frankfurt. Schließlich wurden Großteile dem Königreich Bayern zugeschlagen. Aber auch heute noch ist der Spessart aufgeteilt in vier Landkreise in zwei Bundesländern.

Der Spessart verfügte neben einer wenig ertragreichen Landwirtschaft über Ressourcen wie Holz, Wasserkraft, Salz, Erze und Mineralien. Diese Faktoren bildeten die Grundlage für KöhlerTöpferEisenhämmer und Bergwerke. 1795 kaufte Georg Ludwig Rexroth den Höllenhammer im Elsavatal und produzierte Eisenartikel für Landwirtschaft und Handwerk. Nach Umzug nach Lohr entwickelte sich daraus ein Weltunternehmen für Hydraulik, das in der heutigen Bosch Rexroth aufgegangen ist.

Die Glashütte Weibersbrunn, ein 1706 gegründeter Betrieb der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur.

Die Glasprodukte und Spiegel aus Spessarter Glashütten wurden europaweit vertrieben. Noch heute ist in Lohr eine Glashütte in Betrieb.

Der Spessart war durchzogen von vielfältigen Handelswegen, auf denen die Landesherren Zolleinnahmen erzielten. Die vielen Kirchen und Klöster, Burgen und Schlösser bezeugen durchaus prosperierende Zeiten.

Frammersbacher Fuhrleute zogen von hier aus durch ganz Europa. Mit Eisenbahn und verbesserter Flussschifffahrt gingen die Fuhrleute wirtschaftlich nieder.

Über die Jahrhunderte war der Spessart auch unterschiedlich stark bewaldet. Seit dem 18. Jahrhundert wurde eine systematische Wiederaufforstung betrieben.

Mit der industriellen Revolution gerieten die meisten Mittelgebirge wirtschaftlich ins Hintertreffen. Verbesserte und billigere Transportwege erlaubten den Absatz billigerer Waren aus den großen Zentren in die entlegensten Winkel. Der Spessart verarmte. 1852 berichtete der damals an der Universität Würzburg lehrende Mediziner Rudolf Virchow in seiner Studie Die Noth im Spessart: Eine medizinisch-geographisch-historische Skizze von der häufig desaströsen Versorgungslage der Menschen im Spessart.

Der Dreiklang Wald, Armut und Spessarträuber ist im Bewusstsein der Menschen haften geblieben, obwohl das nur eine kurze Phase im Auf und Ab der Entwicklung darstellte.

Eschau-Hobbach-Dammbach_im_Spessart | Von Dr. Bernd Gross - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31781992

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Spessart, insbesondere der Naturpark Spessart, lebt inzwischen in hohem Maß vom Tourismus. Der Wald als (Nah-)Erholungsgebiet bietet vielerlei Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Die malerischen Fachwerkstädte entlang des Mains wie GemündenLohrMarktheidenfeldWertheimMiltenbergKlingenberg oder die Residenzstadt Aschaffenburg sind attraktive Ausflugsziele.

Verkehr

Die Bundesautobahn 3 (A 3; Frankfurt am Main–Würzburg) sowie die Bundesstraßen 26 und 276 durchqueren den Spessart. Die Deutsche Ferienroute Alpen–Ostsee und die Spessart-Höhenstraße führen durch den bayerischen und hessischen Spessart.

Die Main-Spessart-Bahn Würzburg–Aschaffenburg(–Frankfurt am Main) (Kursbuchstrecke 800) verlässt in Lohr das Maintal und verlief durch den Spessart über PartensteinWiesthalHeigenbrückenLaufach und Hösbach nach Aschaffenburg. Seit Juni 2017 wird zwischen Wiesthal und Laufach eine für den Güterverkehr und den Hochgeschwindigkeitsverkehr Würzburg–Frankfurt ausgebaute, steigungsärmere Strecke genutzt. Eine seit langem diskutierte, aber bisher nicht umgesetzte Strecke durch den Spessart ist die (Mottgers-Spange).

Ansässige Unternehmen

In Lohr sitzen die Bosch Rexroth AG, in Laufach die Eisenwerke Düker und in Biebergemünd Engelbert Strauss. Nach wie vor gibt es im Spessart viele holzverarbeitende Betriebe.

Die Glashütte Weibersbrunn, ein 1706 gegründeter Betrieb der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur Von Der ursprünglich hochladende Benutzer war Maulaff in der Wikipedia auf Deutsch - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons durch Kelisi mithilfe des CommonsHelper., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6263876

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Bekanntestes Bauwerk im Spessart ist das Schloss Mespelbrunn, ein Wasserschloss. Es war der Wohnsitz des Geschlechts der Echter, die im nahen Aschaffenburg mit Verwaltungsaufgaben des Erzbistums Mainz betraut waren. Mespelbrunn liegt so abgelegen, dass es nie zu kriegsbedingten Beschädigungen oder Zerstörungen kam. Das Schloss ist heute im Besitz der Grafen von Ingelheim und teils bewohnt, teils als Museum eingerichtet.
  • Die dreiteilige gotische Wallfahrtskirche Hessenthal beinhaltet eine bedeutende Kreuzigungsgruppe von Hans Backoffen, eine Tilman Riemenschneider zugeschriebene Beweinung Christi und einen Familien-Epitaph der Echter von Mespelbrunn in der als Grablege dienenden alten Wallfahrtskapelle.
  • Die karolingische Vierungskirche in Neustadt am Main. Gebaut von Megingaud und 781 eingeweiht von Karl dem Großen, Bischof Willibald aus Eichstätt und Erzbischof Lullus von Mainz.
  • Das Schloss Luitpoldshöhe wurde 1889 vom Prinzregenten Luitpold von Bayern im Rohrbrunner Forst als Domizil für seine Jagdgesellschaften im Spessart gebaut. Später war es Sitz des Forstamtes Rohrbrunn. Seit 1996 ist es ohne Nutzung, seine Zukunft ist unklar.
  • In Sommerkahl kann die Grube Wilhelmine, ein ehemaliges Kupferbergwerk besichtigt werden.
  • Das Gradierwerk Bad Orb dient als Freiluftinhalatorium.

Museen

  • In Lohr am Main ist im Schloss das Spessartmuseum untergebracht. Dargestellt werden Geschichte und Erzeugnisse aus dem Spessart, insbesondere Glas und Spiegel, sowie Schmiede- und Gießereiprodukte.
  • Die früher herausragende Bedeutung der Glasherstellung im Spessart wird in Wertheim eigens in einem Glasmuseum gewürdigt.
  • Das Lapidarium in Neustadt am Main über dem ehemaligen Kapitelsaal der Abteikirche zeugt von der karolingischen Vergangenheit des Klosters Neustadt. Das wohl bedeutendste Stück stellt der sogenannte Gertraudenmantel dar. Öffnung auf Anfrage im Kloster oder im Pfarrbüro.
  • Eine repräsentative Darstellung der Mineralogie und Geologie des Spessarts findet man im Naturkundlichen Museum Schönborner Hof in Aschaffenburg.
  • Das Biebergrundmuseum in Biebergemünd zeigt neben Trachten der Region vor allem Ausstellungsstücke zum Bergbau im Spessart. Weitere Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen von Spessartbahn sowie der Land- und Forstwirtschaft.
  • Ein Fahrradmuseum ist die “Pedalwelt” in Heimbuchenthal.
  • In Altenbuch eröffnete 2012 das Heimatmuseum im neu renovierten „Haus der Armen Schulschwestern“. Führungen auf Anfrage.
  • Heimatmuseum in Weibersbrunn im alten Schwesternhaus. Glas aus der Weibersbrunner Glashütte und anderen Spessartorten. Führungen auf Anfrage.
  • Die Bahnstrecke Wächtersbach–Bad Orb, eine Dampfkleinbahn, verkehrt an Sonn- und Feiertagen als Museumsbahn.

Wanderwege

Der Spessart ist seit vielen Jahrzehnten durch markierte Wanderwege für Wandertouristen erschlossen. Außergewöhnlich alt und vermutlich schon über 2.000 Jahre in Gebrauch ist der Eselsweg, eine so genannte Altstraße, die über den Hauptkamm des Spessarts führt und vermutlich ihren Namen von den Eselskarawanen des Mittelalters erhalten hat. Heute ist der Eselsweg eine mit einem schwarzen „E“ auf weißem Grund markierter Fernwanderweg, der den Spessart fast ohne Ortsberührung in Nord-Süd-Richtung quert (ähnlich dem Rennsteig im Thüringer Wald).

Fast ebenso bekannt ist die Birkenhainer Straße, ein mittelalterlicher Heer- und Handelsweg zwischen Rheinfranken und Ostfranken. Er verbindet auf 71 km Länge Hanau mit Gemünden am Main. Heute ist die Birkenhainer Straße ein Fernwanderweg, der mit schwarzen „B“ auf weißem Grund gekennzeichnet ist. Der Spessart wird außerdem vom Maintalhöhenringweg, („R“) auf drei Seiten eingerahmt. Der 1990 angelegte Fränkische Rotwein Wanderweg ist besonders für Weintrinker interessant und wird intensiv beworben. Er verläuft am Westrand des Spessarts entlang dem Maintal.

Durch den Spessart führen zahlreiche Kulturwege des Archäologischen Spessart-Projekts e. V. Sie widmen sich verschiedenen Schwerpunktthemen zur Landschaft und ihrer Nutzung durch den Menschen und wollen den Spessart als Kulturlandschaft näher bringen.[11] Die Wege werden seit 1998 im Rahmen der Programme European Cultural Paths und European Pathways to Cultural Landscapes entwickelt. Das Logo der Kulturwanderwege ist, in Anlehnung an die Europafahne, ein gelber Sternenkranz mit einem gelben Boot in der Mitte auf blauem Grund. Seit 2012 führt der Spessartbogen rund 90 km durch den hessischen Spessart von Langenselbold über Bad Orb nach Schlüchtern. Durch den Spessart führt der Limesweg des Spessartbunds als Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs.

Der Spessartbund

Aschaffenburg ist der Hauptsitz des Spessartbundes e. V., der 18.000 Mitglieder in 91 Ortsgruppen vereint. Dieser Verein ist wiederum Mitglied im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine sowie dessen Landesverbänden in Bayern und Hessen. Die Ortsverbände verteilen sich auf den Raum von Bad Orb im Norden bis Tauberbischofsheim im Süden, von Frankfurt am Main im Westen bis Würzburg im Osten.

Die Geschichte des Spessartbundes beginnt mit der Gründung des „Freigerichter Bundes“ durch den Studenten Karl Kihn im Jahre 1876. Nach Gründung von zahlreichen Zweigvereinen formierte sich 1912 eine Arbeitsgemeinschaft, die den Kern des im Jahre 1913 in Hanau gegründeten Spessartbundes bildete. Im Jahre 1927 wurde der Bund in das Vereinsregister eingetragen.

Heute haben der Spessartbund und seine Ortsgruppen folgende Ziele und Aufgaben:

Bekanntestes Bauwerk im Spessart ist das Schloss Mespelbrunn, ein Wasserschloss. Es war der Wohnsitz des Geschlechts der Echter, die im nahen Aschaffenburg mit Verwaltungsaufgaben des Erzbistums Mainz betraut waren.
CCIMG-Spessart-Mespelbrunn_Wallfahrtskirche_Hessenthal.jpg
Wallfahrtskirche Hessenthal im gleichnamigen Ortsteil von Mespelbrunn ist eine Marien-Wallfahrtskirche im Spessart. Sie ist Grablege der Familie Echter von Mespelbrunn und birgt eine als Frühwerk Tilman Riemenschneiders identifizierte Beweinung Christi.
CCIMG-Spessart-Schloss-Luitpoldshöhe
Das Schloss Luitpoldshöhe wurde 1889 vom Prinzregenten Luitpold von Bayern im Rohrbrunner Forst als Domizil für seine Jagdgesellschaften im Spessart gebaut. Später war es Sitz des Forstamtes Rohrbrunn. Seit 1996 ist es ohne Nutzung, seine Zukunft ist unklar.
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Aus der Blütezeit der Salzgewinnung ist im Kurpark noch eines der ursprünglich zehn Gradierwerke vollständig funktionierend und begehbar erhalten. Das Gradierwerk ist über zweihundert Jahre alt (1806 errichtet), etwa 158 m lang sowie 18 m hoch und dient als Freiluftinhalatorium für die Gäste der Stadt. Die in der Umgebung des Gradierwerks erreichte Salz- und Feuchtigkeitssättigung ist einem Meeresklima ähnlich.

Der Spessart in der Literatur

Spessartsagen

Schauererzählungen, Sagen und Märchen aus dem Spessart genießen Bekanntheit über die Region hinaus. So wurde bereits das Grimmsche Märchen vom Schneewittchen im Spessartstädtchen Lohr am Main verortet und auch andere bekannte Sagenfiguren wie die Frau Holle tauchen in regionalen Sagen immer wieder auf. Das Aaleborgfraale gehört bis in die heutige Zeit zu den bekanntesten Sagenfiguren des Spessart. Die  Erzählungen beschreiben es als ein Wesen in Frauengestalt, das das ganze Jahr über einen uralten Schatz in den Ruinen der legendenhaften Altenburg bewacht. Ausschließlich in der Johannisnacht können Schatzsucher sie überlisten, jedoch nur wenn sie bei der Bergung der Truhe kein Sterbenswort von sich geben. Gelingt dies nicht, erscheint beim Öffnen der Truhe kein Schatz, der Kiste entsteigt stattdessen die grauenhafte Gestalt des Aaleborgfraale in weißem Gewand. Volkskundler stoßen heute noch auf Berichte Einheimischer von Begegnungen mit der kulturell tief im Spessart verwurzelten Sagenfigur.

Volkskunde

Um den Erhalt der Sagen, größtenteils Schauererzählungen, vereinzelt aber auch ironische Moralgeschichten, hat sich für die heutige Zeit vor allem der Aschaffenburger Lehrer und Volkskundler Valentin Pfeifer (1886–1964) verdient gemacht. Sein Buch “Spessart-Sagen” erfuhr bisher 17 Auflagen. Darüber hinaus betrieb Pfeifer Forschungen und veröffentlichte Werke über Sagen, Märchen, Geschichten und Bräuche des Spessarts. Weitere Sagen und Gruselgeschichten aus der Region finden sich in dem von Wolfgang Weismantel herausgegebenen Band Von Aufhockern, schönen Frauen und anderen Dämonen: Spessartsagen auf der Spur. In seinem Buch “Spessartvolk” (1929) berichtet er nicht nur über die Gebräuche und Sitten im Spessart, auch der Aberglaube, der in der Volksmedizin sehr verbreitet war, findet hier seinen Platz.

Das Wirtshaus im Spessart

Das Wirtshaus im Spessart ist die Rahmenerzählung des dritten Bandes von Wilhelm Hauffs Märchenalmanach, zuerst veröffentlicht als „Maerchenalmanach für Söhne und Töchter gebildeter Stände auf das Jahr 1828“ in Stuttgart. Hauff verfasste die Erzählung auf der Grundlage älterer, trivialer Räuberromane. In die Erzählung eingebettet sind die Erzählungen Die Sage vom HirschguldenDas kalte Herz (in zwei Abteilungen), „Saids Schicksale“ und „Die Höhle von Steenfoll“.

Adolf Wenter verfilmte 1923 den Stoff im Film Das Wirtshaus im Spessart (1923).

Der Regisseur Kurt Hoffmann drehte 1957 den Spielfilm Das Wirtshaus im Spessart (1958) frei nach Hauffs Erzählung, der am 15. Januar 1958 uraufgeführt und einer der erfolgreichsten deutschen Filme der 1950er Jahre wurde. Mit Liselotte Pulver in der weiblichen Hauptrolle wurde der Film ein Sensationserfolg. Ihm folgten mit ähnlichen Titeln die Filme Das Spukschloß im Spessart von 1960 und Herrliche Zeiten im Spessart von 1967. Diese Filme waren nicht mehr an die Motive von Wilhelm Hauff angelehnt.

Aufführungen einer Bearbeitung für das Theater finden in unregelmäßigen Abständen auf der Freilichtbühne am Wasserschloss Mespelbrunn nahe dem Originalspielplatz statt. Als „Original“-Wirtshaus wird das Gasthaus „Zur Post“ in Mespelbrunn-Hessenthal vermutet, in dem Wilhelm Hauff sehr wahrscheinlich auf seiner Reise von Nördlingen nach Frankfurt im Jahre 1826 Station gemacht haben dürfte. Auch passt die Beschreibung als langgestrecktes, eingeschossiges Gebäude. Das eventuell ebenfalls in Frage kommende Wirtshaus in Rohrbrunn war seit 1820 keine Poststation mehr.

Die literarische und filmische Umsetzung des alten Sagenstoffes trägt bis heute wesentlich zur Identitätsbildung der Spessartregion bei.

In freier Anlehnung an Das Wirtshaus schrieb Autor Jason Dark seinen Roman Das Horror-Schloss im Spessart innerhalb der Reihe Geisterjäger John Sinclair, erschienen im Bastei-Lübbe-Verlag, Bergisch Gladbach (heute Köln).

Der Kampf im Spessart

Vom Spessartförster Wilderich Buchrodt erzählt die bei Reclam erschienene Novelle Der Kampf im Spessart von Levin Schücking. Buchrodt formiert darin einen Aufstand gegen die Franzosen, die sich nach der verlorenen Schlacht um Würzburg 1796 auf ihrem Rückzug durch den Spessart befinden. Die Erzählung endet mit der Befreiung Frankfurts. Vermutlich erhielt Schücking seine Inspiration für die Novelle von der Inschrift auf einem Gedenkstein im Zentralspessart, auf dem es heißt:

„1796 hat an dieser Stelle der Kurmainzische Oberförster Heinrich Sternheimer in Heigenbrücken und seinem treuen Helfer Jakob vier Franzosen und einen Offizier erschossen, welcher mit seiner Abteilung das ganze Dorf ausgeplündert hatten und ihnen ihre Beute auf dem Marsche nach Aschaffenburg abjagte.“

– Inschrift Gedenkstein bei Heigenbrücken im Zentralspessart
Das Schloss in Lohr am Main beherbergt das Spessartmuseum Von Sven Teschke - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7565674

Berge

Die höchsten Berge und Gipfel des Spessarts sind (nach Höhe sortiert):

Kleine Höhenzüge im Spessart sind:

Typische Spessartlandschaft mit bewaldeten Hängen und Wiesentälern (Weihersgrund) Von Xipolis - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40058966

Das Spessartbundlied von Georg Keimel

Weiß Du, wo die Eichen trotzig ragen,
wo das Bächlein munter talwärts fließt,
wo die Buchen grüne Schirme tragen,
wo vom Berghang Heidekraut und Ginster grüßt!
Da wohnt stiller Friede, da blüht heimlich Glück,
kommst einmal zum Spessart, kehrst bald dahin zurück.

“So laßt uns froh durch Spessartwälder ziehen,
an frischer Quelle halten gute Rast!
Wenn sel’ge Wanderfreuden uns erblühen,
dann schwindet Alltags Mühe, Last und Hast.”

Weißt Du, wo die Rehlein friedlich grasen
wo der Hirsch die stolze Krone trägt,
und die Wildsau hörst Du zornig blasen,
wo der bunte Specht die Waldestrommel schlägt!
Da spielen die Märchen, da webt Geistersang,
da lockt aus den Büschen uralter Waldhornklang.

“So laßt uns froh durch Spessartwälder ziehen,
an frischer Quelle halten gute Rast!
Wenn sel’ge Wanderfreuden uns erblühen,
dann schwindet Alltags Mühe, Last und Hast.”

Weißt Du, wo im schönsten Wiesengrunde
winkt das Dörflein traut im Abendschein,
laßt zusammenhalten uns im Bunde,
Spessartvolk und Wand’rer treu und einig sein.
Du Mann aus dem Spessart, hier nimm meine Hand!
Gott schütz‘ Deine Heimat, die Leute und das Land.

“So laßt uns froh durch Spessartwälder ziehen,
an frischer Quelle halten gute Rast!
Wenn sel’ge Wanderfreuden uns erblühen,
dann schwindet Alltags Mühe, Last und Hast.”